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Sie entfachten einen Klangzauber, der die Jury begeisterte: die Friedberger Gitarristen Jessica Kaiser, Jakob Schmidt und Paul Schynoll (vorne).

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Ein Jahr lang bereiteten der 14-jährige Paul Schynoll und sein Duopartner Felix Spindler (13) mit ihrem Gitarrenlehrer Stefan Schmidt das etwa 15-minütige Konzertprogramm vor. Aus dem bayerischen Landesentscheid waren sie als bestes Gitarrenduo ihrer Altersgruppe hervorgegangen und vertraten damit den Freistaat beim Bundesfinale in Lübeck. Die Juroren, u.a. bestehend aus Prof. Alfred Eickholt (Musikhochschule Wuppertal), Frank Gerstmeier (Detmold), Prof. Klaus Hempel (Hamburg) und dem Präsidenten des Deutschen Musikrates Prof. Martin Maria Krüger lobten vor allem den Klangzauber, den die beiden entfachten und belohnten den Vortrag mit 24 Punkten und einem souveränen ersten Preis.
Dabei boten die Umstände ihres Beitrags zunächst wenig Grund zur Zuversicht, denn der Altersdurchschnitt der Teilnehmer entscheidet darüber, in welcher Altersstufe gestartet werden muss. Für Paul und Felix bedeutete dies, dass sie etwa drei Wochen zu alt für die Gruppe der 12-13 Jährigen waren und deshalb in der nächsthöheren Altersstufe starten mussten. Der Detmolder Hochschuldozent Frank Gerstmeier beschrieb seinen Eindruck: „Zuerst registrierte man, das Paul und Felix wohl die Jüngsten und Kleinsten sind, aber nach den ersten Tönen wurde klar, dass sie zu den Großen der Wertung gehören würden.“ Für Paul, der seine erste musikalische Ausbildung bei der Friedberger Gitarrenlehrerin Andrea Rothbauer genossen hatte und seit zwei Jahren von Stefan Schmidt unterrichtet wird, war es der erste Bundeswettbewerb. „Und dass es dann gleich der erste Preis geworden ist, ist natürlich der Wahnsinn“, strahlt der Friedberger Gymnasiast.
Schon zum dritten Mal seit 2007 durften Jessica Kaiser und Jakob Schmidt (beide 17) zum Entscheid auf Bundesebene fahren. Bereits vor drei Jahren wurden die Beiden dort mit einem ersten Preis für ihr Spiel ausgezeichnet. Nachdem sie im letzten Jahr auch solistisch mit dem Bestpreis bedacht wurden, schafften sie es diesmal in Lübeck zudem, als einzige in ihrer Kategorie mit der Höchstpunktzahl von 25 Punkten und damit als bestes deutsches Gitarrenduo ihrer Altersstufe bewertet zu werden. Kennzeichnend für den „Mitreiß-Faktor“ des Wertungsspiels war zum Beispiel, dass die ca. 150 Zuhörer schon nach dem ersten Vortragsstück unüblicherweise heftig zu applaudieren begannen. Auch der Präsident des Deutschen Musikrates Prof. Martin Maria Krüger war rundum begeistert und hob besonders die hohe Professionalität der beiden Jugendlichen hervor.
Für Jessica und Jakob, die seit 4 Jahren auch als Duo agieren, ist der erste Preis eine weitere Anerkennung in einer nun schon erstaunlich langen Reihe von Auszeichnungen. Nachdem sie im letzten Jahr auch beim renommierten Anna-Amalia-Wettbewerb für Sologitarre auf internationaler Ebene Furore machten und den ersten und den zweiten Preis holten, gewannen sie als Duo im Februar 2010 auch die Wertung beim Stuttgarter Rago-Wettbewerb gegen studentische Konkurrenz. Im März wurden sie zudem als jüngste aktive Mitglieder im Raum Augsburg von der Yehudi-Menuhin-Stiftung „Live Music Now“ aufgenommen, die in der Regel nur hochbegabte Studenten unterstützt. Auch der Friedberger Gitarrenlehrer Stefan Schmidt freut sich über den neuerlichen Erfolg seiner vier Schützlinge: „Jetzt muss Deutschland nur noch Weltmeister werden!“